Bad Griesbach muss aus der Bayernliga absteigen

Bad Griesbach muss aus der Bayernliga absteigen

Niederlagen gegen Straubing und Schwabing- erneut Verletzungspech

 

Die Volleyballerinnen des TSV Bad Griesbach haben ihre Relegationsspiele um den Klassenerhalt der Bayernliga verloren. Die Mannschaft von Trainer Wolfgang Stephani musste sich dem FTM Schwabing und dem FTSV Straubing jeweils mit 1:3 beugen. Dabei verletzte sich Libera Theresa Urmann im Laufe des ersten Spiels so schwer, dass sie ihrer Mannschaft an diesem Tag nicht mehr helfen konnte. Damit wird die Relegation zum Spiegelbild der Saison, in der die Griesbacherinnen vom Verletzungspech verfolgt wurden.

80 Fans begleiteten den TSV Bad Griesbach nach Schwabing zum Relegationsturnier. Ein eingesetzter Fanbus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Team um Kapitänin Constanze Koller hatte sich viel vorgenommen und wollte nach einer intensiven Vorbereitungsphase unbedingt den Klassenerhalt schaffen. Mit zwölf Spielerinnen sind die Rottalerinnen in das erste Spiel gegen den FTM Schwabing gegangen. Die Schwabinger hatten zuvor klar mit 3:0 gegen den FTSV Straubing verloren und dabei eine schwache Vorstellung abgeliefert. In das Spiel gegen Griesbach starteten sie allerdings mit einer ganz starken Performance. Griesbach startete mit Zuspielerin Lisa Fabich, Diagonale Steffi Koller, Libera Theresa Urmann, den beiden Mittelblockerinnen Constanze Koller und Maike Dülmer sowie den Außenannahmespielerinnen Christine Winklhofer und Jenny Janda in die Partie. Die Rottalerinnen taten sich schwer, ihren Gegner unter Druck zu setzen. Schwabing spielte trotz der Niederlage frei auf und erzielte immer wieder sehenswerte Angriffspunkte über die Außen- und Diagonalangreiferinnen. Abstimmungsprobleme und die hohe Eigenfehlerquote machten den Griesbacherinnen das Leben zusätzlich schwer. Von Anfang an liefen die Rottalerinnen einem Rückstand hinterher. Erst zu Satzende kam Griesbach besser in Schwung und holte Punkt um Punkt auf. Bei 23:23 schien die Wende greifbar nahe, doch Schwabing behielt die Nerven und holte sich den ersten Satz mit 25:23. Der zweite Satz begann wie der erste, Schwabing marschierte vorneweg und Griesbach tat sich schwer in den Satz zu finden. Eine Auszeit bei 10:14 brachte nicht die erhoffte Wende. Magdalena John ging für Janda auf die Außenangreiferposition und Claudia Stephani übernahm in der Defensive für Winklhofer. Eine zweite Auszeit bei 13:19 war nötig, um die Mannschaft endlich wieder in die Spur zu bringen. Steffi Koller kam bei 14:19 zum Aufschlag und legte eine unbeschreibliche Aufschlagserie hin. 11 Aufschläge in Folge von Steffi Koller und dazu die Angriffsstärke von Schwester Constanze Koller und Magdalena John sicherten den Griesbacherinnen den Satzausgleich mit 25:19. Ausgeglichen begann der dritte Satz. Griesbach präsentierte sich deutlich stabiler und spielte endlich den Volleyball, den sich die mitgereisten Fans wünschten. Bis dann genau das passierte, was die Mannschaft seit Anfang der Saison schon so häufig passierte. Libera und Defensivstabilisator Theresa Urmann verletzte sich bei einer Rettungsaktion so schwer, dass sie nicht weitermachen konnte. Die Schwächung brachte die Mannschaft kurzfristig so aus dem Konzept, dass Schwabing 6 Punkte am Stück machen konnte. Zu spät fanden die Rottalerinnen zu ihrem Spiel zurück. Sie kämpften sich zwar noch einmal heran, holten ein 7:15 auf und glichen zum 22:22 aus, Schwabing hatte das bessere Satzende allerdings auf seiner Seite und gewann 25:22. Im vierten Satz übernahm Claudia Stephani die Liberaposition von Theresa Urmann und sorgte wieder für mehr Ruhe auf dem Feld. Griesbach spielte im vierten Satz ihren besten Volleyball. Aus einer stabilen Defensive konnte Zuspielerin Fabich ihre Mitspielerinnen immer er wieder gekonnt einsetzen oder sorgte selbst für die Punkte mit feinen Finten. Griesbach erspielte sich einen 16:12 Vorsprung. Doch Schwabing kämpfte sich noch einmal zurück in den Satz. Zwei (aus Griesbacher Sicht) haarsträubende Fehlentscheidungen bei 20:19 und 20:20 brachten den Griesbacher Mannschaft aus dem Konzept. Zuerst erkannte er ein klares Doppelspiel auf Schwabinger Seite nicht ab, dann sah er bei Jenny Janda eine Ballberührung mit den Haaren. Anschließend ereiferte er sich auch noch eine rote Karte für Trainer Stephani, der lautstark protestierte. Unglücklich musste sich Griesbach 22:25 geschlagen geben du verlor damit das Spiel 1:3.

 

 

Nun musste gegen Straubing ein 3:0 Sieg her, um das Turnier noch gewinnen zu können oder ein 3:1 um den zweiten Platz zu erreichen. Trainer Stephani schickte John für Janda auf das Spielfeld. Claudia Stephani begann als Libera, da Urmann nicht mehr einsatzfähig war. Straubing trat mit einer jungen Mannschaft an, allerdings gespickt mit Bayernauswahl- und Jugendnationalspielerinnen. Dazu konnte Trainer Wolfgang Schellinger auf zwei erfahrene Kräfte mit langjähriger Zweitligaerfahrung zurückgreifen. Das Straubinger Spiel funktionierte von Anfang an wie ein Schweizer Uhrwerk. Gegen das schnell aufgezogene Angriffsspiel hatte Griesbach keine Chance. Trainer Stephani versuchte mit Auszeiten die Straubinger aus dem Konzept zu bringen, aber Straubing gewann den ersten Satz 25:18. Im zweiten Satz urplötzlich ein vollkommen anderes Bild. Auf einmal gab der TSV Bad Griesbach den Ton an. Es gelangen einige erfolgreiche Blocks und auch die Aufschlagstärke wurde gezielt eingesetzt. Sophia Hebel konnte nach ihrer Einwechslung das Annahmespiel zusätzlich sicherer gestalten und die Angreiferinnen erzielten mit variablem Angriffspiel die Punkte. Griesbach erkämpfte sich mit 25:23 den Satzausgleich. Auch im dritten Satz startete Griesbach gut. Fabich brachte ihre Mannschaft mit druckvollen Aufschlägen mit 4:0 in Front. Doch wie schon gegen Schwabing riss der Faden im Griesbacher Spiel und eine Aufschlagserie der Donaustädterinnen reichte, um den Satz zu drehen. Straubing fuhr den dritten Satz mit 25:19 nach Hause. Im vierten Satz bekamen Marion Fromberger auf Außen und Ingrid Janda als Zuspielerin ihren verdienten Einsatz. Straubing ließ sich den Sieg allerdings nicht mehr nehmen und gewann auch den vierten Satz. Die Enttäuschung bei der Mannschaft war natürlich groß. Artig bedankte sich die Mannschaft bei ihren mitgereisten Fans, die bis zum Ende die Mannschaft mustergültig unterstützten.

 

 

Mit den beiden Niederlagen ist der TSV Bad Griesbach nach nur einer Saison sportlich aus der Bayernliga abgestiegen. Allerdings gibt es Gerüchte, wonach zwei etablierte Bayernligisten mit dem Gedanken spielen, ihre Mannschaft freiwillig in die Landesliga zurückziehen. Sollte der Fall eintreten, würde der TSV auch im nächsten Jahr wieder in der Bayernliga aufschlagen dürfen. Nach dem vielen Pech in der Premierensaison, wäre das wohl auch einmal ein Glücksfall, den man den Rottalerinnen gönnen würde. Die Entscheidung wird bis zum 30.4. fallen. Im Griesbacher Lager glaubt man aber eher nicht an diese glückliche Wende.